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Termine

  • 16. Mai 2012
    Berlin

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Freunde

berlinerverhältnisse
MC Rene

 

Michael Nast liest in der Jägerklause

Mittwoch, 16. Mai 2012
Berlin

Jägerklause
Grünberger Str. 1
10243 Berlin-Friedrichshain
Kontakt: 0176 222 86 892

Beginn: 20 Uhr
Der Eintritt ist frei!

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Großstadtkolumne | "Is so! Is einfach so!“

Am Freitagabend hat mir die Tagesschausprecherin Judith Rakers drei Stunden lang erzählt, dass Saufen und Journalismus einfach zusammengehören. Natürlich nicht ausschließlich, aber sie sprach es immer mal wieder an. Judith Rakers sah wunderschön aus. So wunderschön, dass ich ihr alles geglaubt hätte. Ich hätte ihr das gern mit einem Blick zu verstehen gegeben, allerdings war ich mir nicht sicher, ob sie es bemerkt hätte.

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Interview mit Michael Nast @ radio eins | Mai 2012

 

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Großstadtkolumne | Die "Single Frauen ab dreißig"-Problematik

Manchmal werden wir von Momenten überrascht, die unser Leben verändern können. Für immer. Und auch der Moment, der mein Leben ändern konnte, überraschte mich sehr unerwartet. An einem Ort, an dem ich so etwas nun wirklich nicht vermutet hatte.

Ich hatte meinen Bekannten Christoph auf ein Geburtstagsfest in einer wunderschönen Altbauwohnung am Savignyplatz begleitet – ein Geburtstagsfest mit der Betonung auf Fest. Und in den Gesprächen, die ich bisher geführt hatte, konnte ich den Unterschied zwischen einem Fest und einer Party schon ziemlich gut auf mich wirken lassen.

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Großstadtkolumne | Willkommen im Frühling

Am Samstagnachmittag habe ich meinen Bekannten Christoph auf ein Frühlingsfest begleitet.  Eigentlich wäre es eine Mischung aus Frühlings- und Geburtstagsfest, hatte mir Christoph erklärt. Mir war aufgefallen, dass er konsequent das Wort Fest benutzte, als er mir vorschlug, ihn zu begleiten. Wir würden uns also aus der Welt der Partys in die Welt der Feste bewegen, was vielleicht auch daran lag, dass dieses Frühlings-Geburtstagsfest in Charlottenburg stattfand. Offen gestanden war ich mir nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen war.

Ich sagte sofort zu.

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Großstadtkolumne | Die Nacht der Nächte | Vorgelesen von Oliver Korittke

"Sie hießen Maren, Anja, Anna und Sandra. Die Namen Cindy, Mandy, Chantal und Sandy hätten allerdings auch irgendwie gepasst. Als sie dann anfingen zu reden, passten diese sogar besser als ihre wirklichen Namen."

Der Text Die Nacht der Nächte aus Der bessere Berliner - wunderbar vorgelesen von Oliver Korittke.

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Großstadtkolumne | Thomas Gottschalk und ich

Wenn man in Berlin lebt, wird man häufig eingeladen – auf Partys, Bar-, Galerie- oder Cluberöffnungen, auf Filmpremieren oder auf Veranstaltungen im Rahmen der Fashion-Week und der Berlinale. Diese Einladungen haben etwas Verführerisches. Mit Plätzen auf Gästelisten, Zugang zu VIP-Bereichen und der Möglichkeit, den ganzen Abend kostenlos zu trinken, vermitteln sie einem ja auch das Gefühl, irgendwie ausgewählt und damit etwas Besonderes zu sein. Obwohl man es natürlich besser weiß, ist es gar nicht so leicht, sich diesem Gefühl zu entziehen. 

Inzwischen weiß ich, dass es nicht vorteilhaft sein muss, wenn einem die Bar geöffnet wird. Man wird schnell maßlos. Eine Maßlosigkeit, die man bereut, wenn man nach am nächsten Tag in seinem Bett aufwacht, neben sich blickt und fassungslos feststellt, mit wem man da in den frühen Morgenstunden nach Hause gekommen ist. Und das diejenige ja jetzt auch weiß, wo man wohnt. .

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Großstadtkolumne | Fuck me now and love me later

 Am Samstagabend saß ich gemeinsam mit dem Schauspieler Frederick Lau in der Neuen Odessa Bar in der Torstraße. Wir schwiegen. Inzwischen schon seit zehn Minuten. Und das hatte gute Gründe. .

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Großstadtkolumne | Glückliche Menschen in Berlin-Prenzlauer Berg

Am Samstagabend hatte ich das Gefühl, die Figur in einer Filmszene zu sein. Eine Art Russell Crowe in dem Film Ein gutes Jahr vielleicht. Das war kein unangenehmes Gefühl. Ich spürte, dass irgendwie gerade alles passte – die Kulisse, die Nebenfiguren und so wie es aussah, stimmten auch die Hauptcharaktere.

Die Hauptcharaktere waren Johanna und ich.

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Großstadtkolumne | Zum Beispiel die Frage: Mit wie vielen Frauen hast du eigentlich schon geschlafen?

 

Es gibt Fragen, die klingen harmlos. Zunächst. Beispielsweise die: „Mit wie vielen Frauen hast du eigentlich schon geschlafen?“

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde sie mir gestellt. Von Susanne. Es war eine lakonische Frage, unaufgeregt und nüchtern. Eine scheinbar harmlose Frage, die unter harmlosen Umständen gestellt wurde. Es ist jetzt wohl vorteilhaft, diese Umstände zu skizzieren, um die Wirkung von Susannes Frage ein wenig klarer zu umreißen.

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Großstadtkolumne | Vom Suchen und Finden der Liebe (2)

Den ersten Teil der Kolumne findest du hier.

 

Ich blickte auf den Drink in meiner Hand und begriff, dass ich mich offenbar ebenfalls in einer Phase befand. Einer Phase, die von Frauen wie Judith repräsentiert wurde. Einer Phase, die ich wohl dringend definieren musste.

Ich könnte sie meine naive Phase nennen, dachte ich.

Ich blickte zu Judith und mir fiel auf, dass sie mich an Franziska erinnerte, die ich vor einigen Monaten im Berliner Club Weekend kennen gelernt habe, obwohl sie sich gar nicht so ähnlich sahen. Sie glichen sich eher als Ansatz. Franziska war nämlich ebenfalls ein Repräsentant meiner naiven Phase. Und auch unsere Begegnung hatte mit einem Lächeln begonnen. Ich war mir nicht sicher, aber vielleicht zeichnete sich da ein Muster ab. Franziska lächelte mir im Weekend so vertraut und herzlich zu, dass ich zuerst dachte, sie würde jemandem hinter mir zulächeln. Aber sie meinte mich. Sie hatte schöne Augen aber leider keinen Geschmack, was ihren Kleidungsstil betraf. Leider berlinerte sie auch sehr stark. Eigentlich zu stark, wie ich fand.

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Großstadtkolumne | Vom Suchen und Finden der Liebe (1)

Es gibt diese Fehler, aus denen ich nicht lerne. Fehler, die ich trotz umfangreicher Erfahrungswerte immer wieder mache. Einer dieser Fehler ist beispielsweise die Annahme, dass es nicht unwahrscheinlich ist, im Berliner Nachtleben die Frau meines Lebens zu finden. Es ist eine naive Annahme, ich weiß. Natürlich finde ich sie nicht. Perfekte Frauen haben andere Dinge zu tun, als sich um sechs Uhr morgens in irgendwelchen Bars oder Clubs aufzuhalten und den nächsten Gin Tonic zu bestellen. Bessere Dinge. Und – um mich an dieser Stelle auch mal selbstkritisch zu hinterfragen – perfekten Männer geht es da sicherlich ähnlich.

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Das Feuer von Stuttgart

Schwaben sind obrigkeitshörig und haben Berlin vereinnahmt, dachte unser Autor, bis er die Demonstrationen im Fernsehen sah - und beschloss, sich sein eigenes Bild zu machen. Die Geschichte einer Annäherung.

Berlin - Gerade ist das Wort „Revolution“ gefallen. Ein großes Wort, ein Wort, das sehr weit weg zu sein scheint von Horst Baisch und Jürgen Erlewein und dem Dialekt, den sie sprechen. Einem Dialekt, in dem sogar Halbsätze wie „Weil se sonschd Angschd habe“ irgendwie niedlich klingen. In der rhetorischen Welt der beiden älteren Herren bin ich nicht Michael Nast – ich bin „der Herr Naschd“.

Und „der Herr Naschd“ klingt wie ein etwas einfältiger Charakter in einer Vorabend-Serie, dem man ansieht, dass schon lange niemand zärtlich zu ihm gewesen ist. Das Wort „Revolution“ und „der Herr Naschd“, das passt alles nicht so richtig zusammen. Oder sagen wir so, auch um die Spannung ein wenig zu erhöhen: Noch nicht so richtig.

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Buchpremiere "Der bessere Berliner": Oliver Korittke und Michael Nast @ Cookies, Berlin | 12. Dezember 2009

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Interview: Oliver Korittke über Michael Nast und dessen Buch "Der bessere Berliner"

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Großstadtkolumne | "Ich nehm auch die Hässlichere"

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich beispielsweise Gespräche von den jeweiligen Gesprächspartnern wahrgenommen werden können. Das veranschaulicht ein bemerkenswerter Satz, der auf meiner letzten Geburtstagsfeier fiel. Diese eindrucksvollen Worte waren die abschließende Bemerkung der zweistündigen Unterhaltung zwischen Hendrik und Johanna, die sich, obwohl ich die beiden seit Jahren kenne, an diesem Abend zum ersten Mal begegnet waren. Das lag daran, dass sie eigentlich zu zwei einander ausschließenden Bekanntenkreisen gehören.

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  • 98 Kommentare

Die besseren Berliner - Oliver Korittke und Michael Nast lesen Großstadtgeschichten

Michael Nast erzählt in seinen Geschichten vom Leben in der Großstadt, von Berliner Nächten und Beziehungsstress, ersten Dates und Exfreundinnen, von alten Bekannten und neuen Bekanntschaften. Er schreibt über die Mittdreißiger, die eigentlich keine Männer sind, über die, die älter werden – und doch nie erwachsen.

Mit seinem bekennenden Fan, dem Schauspieler Oliver Korittke war Nast bereits erfolgreich auf Lesetour. Nast und Korittke sind befreundet, und das merkt man ihrer gemeinsamen Inszenierung der nett-bösen Geschichten durchaus an.

Michael Nast erzählt in seinen Geschichten vom Leben in der Großstadt, von Berliner Nächten und Beziehungsstress, ersten Dates und Exfreundinnen, von alten Bekannten und neuen Bekanntschaften. Er schreibt über die Mittdreißiger, die eigentlich keine Männer sind, über die, die älter werden – und doch nie erwachsen.


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Interview mit Oliver Korittke und Michael Nast @ radio station25 | 27. Juli 2010

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Die besseren Berliner@SO36 | Juli 2010

Vielen Dank an Karsten Jaschke

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Kein Ort für Alltagspoesie

Der bekannte Blogger Michael Nast geht offline. Werden ihm seine digitalen Leser dorthin folgen?

In seinem Facebook-Netzwerk sind zurzeit 2071 Freunde registriert, mehr als 300 bestätigten auf der Webseite, dass sie zu seiner Lesung kommen würden. Michael Nast kennen die meisten seiner Leser nur aus der digitalen Welt, aus Blogs, von Facebook, Myspace und seinem Twitter-Account. Im Netz hat er es zu einem gewissen Ruhm gebracht. Nun gibt es ein richtiges Buch von Nast, mit Sätzen auf Papier, einer Offline-Lesung und allem, was sonst so dazu gehört. Der bessere Berliner ist eine Sammlung alltäglicher Blog-Einträge. Aber folgen dem Autor 2.0 auch seine Leser in die analoge Sphäre?

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Der Hamlet des Nicht-im-Supermarkt-einkaufen-Könnens | 16. Juni 2010

Michael Nast ist ein sogenannter Kultblogger. In Berlin ist er angeblich beinah weltberühmt. Seine Geschichten handeln von seinen Frauengeschichten.

Michael Nast ist Autor, Gründer zweier Plattenlabels und Artdirector seiner eigenen Werbeagentur "berlinerverhältnisse". Er veröffentlicht eine Kolumne auf MySpace und ist für jedermann und jederzeit erreichbar unter Netz-Adressen wie www.myspace.com/michaelnast, www.facebook.com/michaelnast oder twitter.com/michaelnast.

Und so ist denn auch das Buch: Viel, ja überwiegend Michael Nast. Und viele Wehlaute, die man dazu ausstoßen möchte.

"Ich werde oft gebeten, meine Texte zu erklären", erklärt Nast im Vorwort zu seiner Textsammlung. "Das fällt mir zugegebenermaßen nicht unbedingt leicht. (...) Werde ich gebeten, meine Texte zu erklären, muss ich oft an Marcel Reich-Ranicki denken, der in seiner Autobiographie Mein Leben geschrieben hat, dass es, jetzt mal sehr zurückhaltend formuliert, in den meisten Fällen vorteilhaft wäre, wenn sich Autoren zu ihren Texten lieber nicht äußern würden."

Einige Seiten Textexegese des eigenen Werks weiter kommt Michael Nast zu folgendem Schluss: Seine Texte seien "Details. Kleine gesellschaftliche Skizzen. (...) Der große Zusammenhang. Ich werde ihn möglicherweise nie verstehen. Wäre ich Gott, sähe das anders aus. Aber Gott bin ich nun mal nicht."

Gut, dass das geklärt ist. Etliche inhaltsfreie Seiten Vorwort weiter - das Vorwort ist einer der längsten Texte dieser Sammlung - geht es endlich los. Michael Nasts Geschichten spielen in Berlin. Berlin ist eine große Stadt. Deswegen heißen seine Geschichten Großstadtgeschichten. Und wie viel metropolitisches Flair diese Geschichten atmen, verraten bereits die Überschriften, die beispielsweise so lauten: "Gerade aufgewacht - bei Sandy in der neunten Etage", "Unterwegs in Sachen Liebe", "Groupies", "Meine Freundin und ihr Freund", "Fünf Dates pro Woche", "Die Namen meiner Ex-Freundinnen" oder "Interessiert sah ich mich nach Frauen um".

Wie lebt es sich denn nun in Michael Nasts Metropole der Herzen? Nicht leicht, wie es den Anschein hat:

"Leider stellt mich das Einkaufen im Supermarkt vor nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Ich kann das nicht so gut, das ist wohl eine der Tragiken meines Lebens."

Michael Nast, dieser Hamlet des Nicht-im-Supermarkt-einkaufen-Könnens, trifft stattdessen lieber Frauen. Frauen in Bars oder auf Geburtstagspartys. Michael Nast ist seiner Geschichten wegen in Berlin beinah weltberühmt. Deswegen handeln seine Großstadtgeschichten immer wieder von Frauen, die er kennengelernt hat, weil diese Frauen ihn kennenlernen wollten, um in seinen Geschichten vorzukommen.
Manchmal sprechen die Frauen ihn aber nicht an. Dann spricht er sie an:

"Wir könnten uns auch an einer der anwesenden Frauen wenden und versuchen, mit einer auflockernden Bemerkung das Eis zu brechen. Vielleicht mit einem Satz wie 'Du kommst mir bekannt vor. Hab ich dich nicht kürzlich erst in einem Pornofilm gesehen?'"

So jagt eine humoristische Idee die andere, und manche dieser humoristischen Ideen findet Michael Nast so gewinnend, dass er sie gleich mehrere Mal verwendet: Im Text "Die Nacht der Nächte" überlegt Nast, "ob es zulässig ist, übermäßiges Frequentieren von Solarien als Sportart zu bezeichnen", im Text "Ist 'fickbar' eigentlich ein Fremdwort?" spricht der Autor:

"Also, liebe Leserinnen, sollten Sie das Frequentieren von Solarien als Sportart betreiben und Ihre Haare aus philosophischen Gründen stark blondieren, lesen Sie jetzt bitte nicht weiter."

An anderer Stelle heißt es:

"Ich repräsentierte die eine Welt. Die Repräsentanten der anderen Welt waren blond, oder um es etwas präziser auszudrücken, stark blondiert. (...) Sie hießen Maren, Anja, Anna und Sandra. Die Namen Cindy, Mandy, Chantal und Sandy hätten allerdings auch gepasst. Als sie anfingen zu reden, passten diese sogar besser als ihre wirklichen Namen."

Wer an solchen dümmlich-denunziatorischen Bemerkungen, wie sie hier im kumpelhaften Ton vorgetragen werden, seine Freude hat, wird mit der ganzen Sammlung bestens bedient.

Immerhin leuchtet hin und wieder ein Gran Selbsterkenntnis auf wie ein Glühwürmchen am nächtlichen Kurfürstendamm:

"Es gibt Momente, in denen ich begreife, dass ich mich noch immer in einer bemerkenswert ausgeprägten postpubertären Phase befinde."

Haben wir erwähnt, dass Artdirector Nast in seinem 35. Lebensjahr steht? Großstädtisch ist in diesen Großstadtgeschichten allenfalls die maßlose Larmoyanz, von der die Texte förmlich überfließen. Eine neue Weinerlichkeit, die sich unglücklich mit einem Hang zum unverhüllten Schwafeln paart.

"Ich habe mir vor einigen Jahren einen großen und auch ziemlich teuren Kühlschrank gekauft (...). Ich mag meinen Kühlschrank. Würden wir allerdings - natürlich rein hypothetisch - nur für einen Augenblick davon ausgehen, dass er eine Seele hätte, bräuchte er sicherlich in naher Zukunft eine Therapie. Mein Kühlschrank wäre nicht schizophren oder paranoid, eher wohl außerordentlich depressiv. Er muss sich ziemlich nutzlos fühlen, ziemlich leer. Er kann seine Aufgabe nicht erfüllen, nicht weil er dazu nicht in der Lage wäre, sondern weil ich ihm nicht die Möglichkeit gebe, sie zu erfüllen. Mein Kühlschrank leidet. Und ich bin schuld daran."

Nun mag es in Ansätzen ein lustiger Einfall sein, seine Küchenmöbel einer Psychoanalyse zu unterziehen. Aber wenn die ganze Chose nicht mehr sagen will als "Mein Kühlschrank steht leer", dann liegt der Verdacht nah, dass hier weder dem guten Stück geholfen noch der Leser amüsiert werden soll, sondern dass der Autor Gelegenheit sucht und findet, sich in seiner sprachlichen Pracht zu spreizen.

Im TV stirbt die Talkshow als RTL-Format langsam aus. Hier scheint sie ihr letztes Refugium gefunden zu haben, in dieser endlosen Dampfplauderei über Hippes, Hoppes, In-Bars, Flirts und Frauen - der Text als Talkshow mit Michael Nast als Ansager, Moderator und immerwährendem Stargast.

Der Star hat, wie gesagt, viele Frauen kennengelernt, die ihn angesprochen haben, um einmal in seinen Geschichten vorzukommen. Neuerdings möchten, wie man hört, diese Frauen aber nicht mehr in seinen Geschichten vorkommen.

Man kann sie verstehen, diese Frauen.

 

Zum Artikel auf Deutschlandradio.de

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Highlights auf dem Buchmarkt | 27. April 2010

Um seine Vermarktung muss sich Michael Nast keine Gedanken machen: Er ist Mitinhaber einer Werbeagentur. Als Blogger bei Myspace wurde er zur Kultfigur und legte jetzt ein Buch mit Texten vor, die er aus seinen Internetkolumnen recycelt hat. Meist erzählen sie von persönlichen Erfahrungen mit Freunden, Arbeitskollegen oder Frauen - und lesen sich wie geschnitten Brot.

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Rezension: Michael Nast - Der bessere Berliner | 01. April 2010

Nasts hier in Buchform versammelte Kolumnen sind sehr flüssig, jedoch niemals nachlässig oder unüberlegt formuliert. Der via MySpace-Blog (ein wenig) berühmt Gewordene kann schöne Worte wie "Identitätsmanagement" erfinden und diese in durchaus sinnfällig-witzige Zusammenhänge einbinden.

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Der Montags-Mann aus dem Internet | 21. Dezember 2009

Ein Mann um die 30 zieht in Berlin mit seinen Kumpels los, zieht um die Häuser, quatscht in Discos Mädchen an. Er hört zu, er beobachtet. Wenn der Morgen graut, geht der Grafikdesigner nach Hause, setzt sich hin, schreibt. Nach drei bis vier Stunden ist eine Geschichte fertig. Er stellt sie ins Internet auf "MySpace" (Mein Raum). Dort, im sozialen Netzwerk für Privates und Freizeit, warten seine Fans auf seine Kolumne. Sie erscheint montags. Michael Nast wird zum meistgelesenen Blogger Deutschlands - zum "Blogger-Gott".

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Großstadtgeschichten von Michael Nast

Jeden Montag schreibt er aufs Neue in seinem Blog auf MySpace über das wahre Leben. Inzwischen ist er zum bekanntesten deutschen MySpace-Blogger avanciert, an die 30.000 Leser warten sehnsüchtig Woche um Woche auf seine nüchtern abgehobenen Momentaufnahmen, und zu den Lesungen strömt was Beine hat.

Die Rede ist von Michael Nast, 34 Jahre junger Berliner mit süffisantem Lächeln, eigener Werbeagentur und leichtem Hang zum Prätentiösen. Lesetour mit Oliver Korittke, bekannt aus deutschen Filmen wie "Bang Boom Bang" oder "Agnes und seine Brüder" sowie das gemeinsam gelesene Hörbuch "Berliner Schule" ist bereits auf der Lebensliste abgehakt. Der nächste Schritt ist klar, ein Buch. Das gleiche dachte sich wohl der Rowohlt Verlag und das Ergebnis der Geschichte ist ab Montag, den 2. November 2009 im Buchladen eures Vertrauens käuflich zu erstehen.

Nett und zynisch, cool und spießig, witzig und tragisch, gut und böse: Michael Nasts Großstadtkolumnen erzählen von Berliner Nächten und Beziehungsstress, von Ostlertum und komischen Männerfreundschaften, von Ikea-Flausch und Astrologen-Trash, von Frauen und der Frage "Neuer Freund oder Hund?". So manch einer kommt dabei eher schlecht weg - und so mancher mag sich darin wieder finden. Fazit: absolut empfehlenswert!

Zum Artikel auf Glam.de

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