Nast und Osang lesen im Lido
Er schreibt über die "Mittdreißiger, die eigentlich keine Männer sind", sagt Michael Nast. "Über die, die älter werden - und doch nie erwachsen. Über Leute wie mich." Michael Nast, Mitinhaber einer Werbeagentur in Mitte, hat sich einen Namen als Kolumnist gemacht. "Großstadtkolumnen" heißen sie, erscheinen als Blog bei Myspace und machten Nast zum wohl bekanntesten deutschen Myspace-Blogger. Seine Texte sind manchmal schroffe, oft witzige Beobachtungen und Typenbeschreibungen aus dem Berliner Nachtleben. Aus Clubs, von Partys daheim, aus privaten Küchen. Schon mehrfach hat Nast daraus öffentlich vorgelesen, die Kritiken waren oft positiv.
Heute hat er im Lido in Kreuzberg einen Freund und Mitstreiter an der Seite. Er wechselt sich mit Alexander Osang, vielfach ausgezeichneter ehemaliger Chefreporter der Berliner Zeitung, ab. Osang will aus seinem neuen Roman "Königstorkinder" lesen.
Die Lesung mit Osang ist für Michael Nast Neuland. Zuvor las stets Schauspieler Oliver Korittke ("Wilsberg", "Bang, Boom, Bang") aus seinen Kolumnen. Am Mittwoch zum Beispiel wieder in Bremen.
Jetzt muss Nast noch sein Frauen-Problem lösen, sagt er. "Frauen, die mich interessieren, werden durch die Texte abgeschreckt. Die anderen will ich nicht." Also ist er solo und schreibt über das offenbar ewige Spiel der Thirtysomethings in Mitte: über die Partys, das Sich-Kennenlernen, das Sich-Trennen .



